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Vorbild und Katalysator für Umwelt- und Klimaschutz

Kirchengemeinde Westerland nimmt an ÖkoFair-Aktion teil / Zahlreiche Maßnahmen in Kirchen und Gemeindebüro sowie auf Friedhof umgesetzt

12.09.2018 | Westerland Als erste und bisher einzige auf Sylt wurde die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Westerland jetzt als „ÖkoFaire Gemeinde“ zertifiziert.

 Sichtbares Zeichen dafür ist ein Schild, das am Gemeindebüro im Kirchenweg angebracht ist und vergangenen Donnerstag feierlich enthüllt wurde. Das Projekt „ÖkoFaire Gemeinde“ sei eine seit September 2015 laufende Aktion der Nordkirche in Kooperation mit „Brot für die Welt“, der Diakonie im Norden sowie weiteren Institutionen, erläuterte Torsten Nolte, einer der Initiatoren, anlässlich der kleinen Feierstunde.

Um als „ökoFair“ ausgezeichnet zu werden, müsse eine Kirchengemeinde mindestens zehn Kriterien aus verschiedenen vorgegebenen Bereichen erfüllen und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeits- und Menschenrechte und zum Umwelt- und Klimaschutz leisten sowie nachhaltige Produktionsbedingungen und die wirtschaftliche Teilhabe in Ländern des globalen Südens zu fördern. Anspruch der Aktion sei es, wirksame Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen umzusetzen und damit einen Beitrag zu leisten, bis spätestens 2050 das Ziel „CO2-neutral“ zu erreichen, so Initiator Torsten Nolte.

Pastorin Anja Lochner betonte, die Kirchengemeinde Westerland wolle auch ein Katalysator für die Änderung des Lebensstils sein. Im Dezember 2017 habe der Kirchengemeinderat beschlossen, an der Aktion teilzunehmen und eine Selbstverpflichtungserklärung zur Erfüllung ausgewählter Kriterien abgegeben – diese seien bis Mai 2018 umgesetzt worden. Als Beispiele nannte Lochner, dass die Energieversorgung „auf grün“ umgestellt worden sei.

Gleiches gelte für den Einkauf von Büromaterialien und die Anschaffung von Büromöbeln. „Kerzen aus Recycling-Materialien für Advent oder Hochzeitenbeziehen wir nur von den Sylter Werkstätten“, so die Pastorin, „und auch Blumenlieferungen kommen nur von einem Inselhändler mit Öko-Nachweis!“ Auch die Friedhofsverwaltung mache mit bei der Aktion „ÖkoFaire Gemeinde“, betonte dessen Leiter Johannes Sprenger. Von den Gärtnern wird zum Beispiel nur noch RecyclingErdmaterial von Remondis verwendet, die Reinigung der Hände erfolgt mit Seifen ohne Mikroplastik.

„Bei Grabsteinen aus China oder Indien achten wir darauf, dass diese zertifiziert und ohne Kinderarbeit hergestellt sind. Pastorin Anja Lochner beklagte allerdings, dass beim aktuellen Umbau des Gemeindehauses ein eklatanter Widerspruch zwischen Umwelt- und Klimaschutz und den Vorgaben der Denkmalschutzbehörden bestehe.